Was soll das Ganze?

Irgendwann kam meine Frau zu mir und fragte, ob ich denn nicht aus dem Internet einige Kinderlieder für unsere Tochter laden und auf CD brennen könnte. Dabei fiel mir wieder ein, dass ich ja sowieso schon mal eine ganze CD meiner 84’er Lieblingshits haben wollte und eine ABBA-Best-Of wollte ich auch schon immer. Naja, kaufen kann man ja CD’s. Aber solange es die gibt, hatte ich schon immer das Bedürfnis, einzelne Songs aus der CD “rauszukratzen”, weil immer welche drauf sind, die man partout nie hören will und andere dafür fehlen. Irgendwie ist das alles zu unflexibel und starr und man kann nie das hören, was man eigentlich will. Beim Stöbern nach Songs im Internet lernte ich dann MP3 kennen, schaute bei vielen dubiosen FTP-Servern vorbei, probierte Napster aus und lernte, dass man die Songs seiner gekauften CD’s auf Platte zu MP3-Files “rippen” kann.

Und irgendwie kam dann so nach und nach die Idee, dass ja ein ganz normaler Computer wie geschaffen dafür ist, diese ganzen aus diversen Stellen zusammengesammelten Musik-Files genauso zu organisieren und abzuspielen, wie man das schon immer mal wollte. Je länger ich daran arbeitete, desto mehr begeisterte ich mich dafür und fand immer mehr tolle Features, die man damit realisieren könnte. Ich sah mich bereits auf dem Sofa lümmeln, mit der Fernbedieung in der Hand durch meine Musik-Bibliothek zippen und mich dazu in auf dem TV visualisierter Musik versinken. Natürlich sollte es kein ganz normaler PC sein, für die Musikecke im Wohnzimmer geeignet sollte er schon sein und ..., aber dazu später. 

Irgendwie war im Internet keine komplette Bauanleitung einer solchen Jukebox auf PC-Basis zu finden, die mir zusagte. Die Computerhersteller bieten nur sehr halbherzig und teure komplette Geräte für den Zweck an (Ausnahme ist mittlerweile der Multitainer von Fujitsu-Siemens, siehe unter “Alternativen”). Somit machte ich mich selbst an die Arbeit. Gelegen kamen wir 6 Wochen quasi Urlaub wegen eines Jobwechels. Und so begann mein privates Projekt “MyJukebox”. Dieser Name ist sicher bereits belegt, jedoch trifft er den Kern der Sache: eine Jukebox für meine Musik, so wie ich sie haben will, ohne Kompromisse. Einige Zeit ist seitdem vergangen und viel Zeit wurde in das Projekt investiert. Da nur Fast-Standard Hard- und Software zum Einsatz kommen sollte, ohne eigene Programmierarbeit, mussten einige Probleme aus dem Weg geräumt und Workarounds ausgetüftelt werden.  Das Ergebnis dieses Projektes hat mich jedoch so begeistert, dass ich es gerne als quasi “Open Source” mit allen teile, die Ähnliches vorhaben. Und was ist besser dazu geeignet, als das Internet. Es ist Mittel zum Zweck, also entschuldigt die vielleicht schwache Kosmetik. Bin halt Techniker und kein Kreativer.

MyJukebox versteht sich dabei als eine Art Designstudie, die prinzipiell die Machbarkeit und Möglichkeiten aufzeigen und Anregungen geben soll. Sie muss nicht genau in der vorgestellten Form aufgebaut werden, einzelne Komponenten aus dem Soft- oder Hardware-Bereich sind austauschbar. Nicht immer werden auch konkrete Bauteile mit Lieferant angegeben. Dies würde eine fortwährende Pflege der Angaben auf der Site zur Folge haben, dazu habe ich aber keine Zeit. Also: Anregungen aufnehmen, selbst nachforschen, auswählen und umsetzen. Der Abschnitt “Alternativen” listet zusätzlich alternative Komponenten.

Was meine Frau angeht, überlegt sie sich jetzt dreimal, ob sie mich um einen kleinen Gefallen bittet, der mit Technik und Internet zu tun hat. Es könnte ja wieder ausarten...

Die Website befindet sich noch im Aufbau. Ich möchte mit der Veröffentlichung nicht warten, bis alles fertig ist, sondern werde sie stückweise ins Netz stellen. Als nächstes folgen die Beschreibung des Grundgerätes, dann Kapitel zur Software, Fernsteuerung, Peripherie und zum Schluß offene Punkte, Einbindung in ein Netzwerk, Erweiterungen usw.

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