Grundgerät / Infrarot-Empfänger

Die richtige Auswahl von Infrarot-Empfänger und die Anschaltung an das Mainboard ist entscheidend für die sichere Funktion der Fernsteuerung. Ich habe fast alles durchprobiert und kann jetzt im folgenden die Möglichkeiten vorstellen und eine Empfehlung geben, wie man am Besten zum Ziel kommt. Dargestellt sind die Varianten in der Reihenfolge meines Versuches. Das Ergebnis sei vorweggenommen: Die letzte Variante ist die Beste und kommt bei mir zum Einsatz.

Eigenbau / Anschluß an den SIR-Header:

Im Abschnitt Frontplatten-LED’s wurde der Einbau des Infrarot-Empfängers in die Frontplatte des Gehäuses beschrieben. An dieser Stelle wird nun auf die Beschaltung des Empfängers und den Anschluß auf dem Mainboard eingegangen. Als Infrarot-Empfänger kommt das Bauteil TSOP 1738 von Vishai, Conrad Art-Nr 171077-62, zum Bild 2Einsatz. VBild 1orteil dieses Empfängers ist seine große Reichweite (getestet bis zu 7m) und dass seine Linse gut in den LED-Ausschnitt des Gehäuses passt. Wir gehen davon aus, dass der Empfänger wie beschrieben auf die Lochrasterplatine gelötet und für die Passung in die Frontplatte vorbereitet ist. Direkt an die Pins des Empfängers müssen jetzt Entkoppel-Bauelemente gelötet werden, um den Empfänger trotz langer Leitung eine gute Stromversorgung zu gewährleisten. Wahlweise kann dies auf der Vorder- oder Rückseite der Platine geschehen (z.B. wie in Bild 2 auf der Vorderseite). An die Rückseite der Platine wird dann ein 3-poliges Flachkabel gelötet, lang genug für die VerbindunBild 3g zum Mainboard (siehe Bild 1). Die Verbindung auf den SIR-Header des Mainboards geht am einfachsten durch Anlöten einer Buchsenleiste direkt an das Flachkabel und Aufstecken auf den SIR-Header SIR1 (siehe Bild 3). Der Header befindet sich auf auf dem P6IWP-Fe neben der CPU. Die Zeichnung zeigt die komplette Verschaltung mit Pinbelegung von IR-Empfänger und SIR1. Zum Teil ist Pin1 von SIR1 auf dem Mainboard nicht gekennzeichnet, dann sollte man ein Voltmeter zur Hand nehmen, um die richtige Pin-Reihenfolge zu ermitteln.

Um den SIR-Header zu aktivieren, muss man im BIOS unter Integrated Peripherals/UART Mode Select den Wert “IRDA” einstellen. Damit wird die UART2 für die IR-Signale verwendet und steht nicht mehr dem normalen COM2-Port zur Verfügung. Beim ersten Booten danach wird Windows98 dies feststellen und gleich den ganzen IRDA-Treiber-Kram installieren. Dies muss händisch wieder raus, da die Fernsteuer-Software direkt auf die COM2-Software-Schnittstelle zugreifen möchte. Siehe Abschnitt Software/Betriebssystem, wie man die Treiber wieder deinstalliert.

Im Ergebnis stehen die IR-Signale über COM2 dem Betriebssystem zur Verfügung. Es zeigte sich bei der Erlernung der Fernbedienungscodes durch die Fernsteuer-Software, dass die Nutzung des SIR-Headers wohl nicht so ganz sauber ist. Nur bei besonderen COM-Einstellungen (Baudrate) und nur bei einigen Fernbedienungen ist man in der Lage, unterscheidbare Codes von den Tasten der Fernbedienung zu erhalten. Auch dann gibt es zum Teil Probleme bei der Code-Erkennung. Die Ursachen dafür habe ich noch nicht ganz durchdrungen. Es hat aber sicher etwas damit zu tun, dass der SIR-Header ein Anschluss für IRDA-kompatible IR-Empfänger / Geräte gedacht ist. Wir verwenden hier aber sogenannte Consumer-IR-Empfänger / Geräte. Da gibt es Unterschiede in den Signaleigenschaften bzw. Modulationen. Ich vermute, dass durch den Anschluss an den SIR-Header das IR-Signal über den Chipsatz mehr als notwendig verarbeitet wird, da ein IRDA-Signal erwartet wird. Wer mehr weiss, kann sich ja mal melden. Siehe auch die Links am Ende zur weiteren Info.

Eigenbau / Anschluß an den onboard COM2-Port:

Es kommt der IR-Receiver aus der vorigen Variante zum Einsatz. Nur wird hier der Receiver nicht an den SIR-Header sondern, über eine Schaltung an den onboard COM2-Port angeschaltet. Die Receiver-Seite aus dem LIRC-Projekt beschreibt eine einfache Schaltung zum Anschluss des IR-Receivers TSOP1738 an einen COM-Port. Habe die Schaltung ausprobiert, sie vereinfacht sich, wenn man die +5V nicht aus dem RTS-Signal sondern vom SIR-Header abgreift. Im Gegensatz zur SIR-Lösung muss im BIOS unter Integrated Peripherals/UART Mode Select wieder der Wert “Normal” eingestellt werden. Hier ist dann auch die manuelle Deinstallation der IRDA-Treiber unter Win98 nicht notwendig. Empfohlen wird der Einsatz von WinLIRC als Software zur Erkennung der Codes, sie ist spezialisiert, die Signale direkt vom COM-Port zu interpretieren. Die Variante habe ich dann doch verworfen, ich hatte die Länge des Kabels zum IR-Receiver elektrisch nicht ganz im Griff, konnte WinLIRC nicht zum Lernen meiner Fernbedienung überzeugen bzw. die Ergebnisse waren sehr wechselhaft. Außerdem stellte sich heraus, dass die Unterbringung des IR-Receivers tief im Schlitz der Frontblende nicht günstig ist, da der Öffnungswinkel des IR-Receivers recht beschränkt ist. Eine Bedienung der Jukebox schräg vor dem Gerät ist damit nicht möglich.

Fertiges IR-Modul:

Irgendwie hatte ich keine Lust mehr, am IR-Empfang selbst rumzubasteln. Ein fertiges Modul zu nehmen scheiterte bisher immer am hohen Preis und am großen Gehäuse. Über die Seite des LIRC-Projektes fand ich dann die Seite von Thomas Schmid-Lindner (www.zapway.de). Hier kann man ein IR-Modul für 17 Euro und blitzschnellem Versand kaufen. Das Modul besteht aus dem IR-Receiver auf der einen und einem SUB-D-Stecker zum Anschluß an den externen COM1-Port auf der anderen Seite (und einem längeren Kabel dazwischen). Interessant ist, dass der IR-Receiver sozusagen nackt daherkommt, ohne großes Gehäuse. Er ist so klein, dass man ihn gut am Gehäuse oder auch außerhalb des Jukebox-Gehäuses (z.B. in der Pflanze daneben) verstecken kann. Weiterhin wird eine große Reichweite von 10m versprochen, ich kann zumindest 6m bestätigen, auf jeden Fall super Empfindlichkeit. Ich vermute, dass eine ähnliche Schaltung wie in der vorigen Variante im Modul realisiert ist. Nur dass man es auf den externen COM-Port aufsteckt. Über ein Flachbandkabel mit Pfostenbuchse kann man es auch an den internen onboard COM2-Port anschließen. Hauptsache ist jedoch, dass man nicht selbst Hand anlegen muss, sondern alles fertig ist: Receiver platzieren, auf den COM-Port aufstecken, Software installieren, Fernbedienung lernen, fertig! Auch hier muss im BIOS unter Integrated Peripherals/UART Mode Select wieder der Wert “Normal” eingestellt werden. Ich nehme an, dass dieses Modul nur zusammen mit der Software WinLIRC zum Einsatz kommen kann, da diese die Spannung des RTS-Bild 4Signals am COM-Port auf +10V setzt, was für die Spannungsversorgung des Moduls Voraussetzung ist. Um einen größeren Öffnungsinkel zu erreichen, habe ich den Receiver an einer anderen Stelle am Gehäuse untergebracht und nicht mehr im Schlitz der Frontblende, wie hier beschrieben. Da der Receiver schwarz ist, ist er am unsichtbarsten auf dem schwarzen Fuß des Jukebox-Gehäuses. Ich habe ihn vorn zwischen Fuß und silberne Frontblende geschoben. Bild 4 nebenan markiert mit dem roten Kreis die Stelle. Der Receiver ist zur Hälfte unter die Fronblende geschoben, so dass gerade noch die für den Empfang notwendige Fläche hervorschaut. Das Kabel wir nach innen weg durch das Jukebox-Gehäuse hinten auf den COM-Port geführt. Mit einem Flachkabel-Adpater könnte man es auch auf den Onboard COM2-Header stecken. Zusammen mit der WinLIRC-Software und einer passenden Fernbedienung ließen sich die Tasten problemlos lernen und die Codes erkennen, der große Öffnungswinkel für den IR-Empfang ist super. Das ist eine Lösung mit der ich jetzt rundherum zufrieden bin. Siehe den Software-Abschnitt zur Konfiguration von WinLIRC und der Fernsteuersoftware.

Weitere Links zum Thema Infrarot am PC: