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Es ist mit relativ einfachen Mitteln möglich, einen normalen lauten PC “unschädlich” zu machen, so dass man ihn abends im Wohnzimmer
anlassen kann, ohne seiner Familie auf den Geist zu gehen. Achtung: Folgende Hinweise dienen nur der Anregung und stellen keine vollständige Bauanleitung dar. Ich hafte nicht für eventuelle Schäden durch die
Anwendung der Hinweise. Insbesondere bei der Arbeit mit dem Netzteil sind besondere Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Weiterhin kann eine zu schwache Lüftung bzw. Kühlung zur Überhitzung einzelner Bauteile oder des gesamten
Computers führen.
- Einbau eines leisen Netzteils:
Mittlerweile gibt es im Web zahlreiche Anbieter spezieller Netzteile, die wirklich sehr leise sind. Dies sind z.B. www.blacknoise.de und www.cool-store.de
. Hier bekommt man spezielle leise Netzteile, blacknoise.de optimiert sowieso schon leise Netzteile der Hersteller mit weiteren Massnahmen. Wichtig ist darauf zu achten, dass das Netzteil wirklich nur soviel Leistung anbietet wie benötigt wird. Zum Beispiel reicht für einen normalen PC mit einer Intel-CPU kleiner 1 GHz und außer Sound, Audio und Graphik keine weiteren Karten ein Netzteil mit 250W. Ich habe mir ein leises 250W Netzteil bei blacknoise.de gekauft und bin sehr zufrieden. Man muss schon genau hinhören, um es zu bemerken.
Gehäuse-Dämmung: Filtermatten zum Dämmen des Gehäuses gibt es auch im Web oder bei ELV. Wichtig ist, von innen zu verkleiden.
Festplatten-Schwingung dämpfen:
Festplatten übertragen die inneren Spindel- und Kopfgeräusche ungefiltert auf das Metallgehäuse, wenn man sie normal einbaut. Da hilft auch keine Gehäuse-Dämmung. Man kann im Web ziemlich teuer (DM100,- bis 150,-) Festplattenhalterungen kaufen, die die Übertragung verhindern. Das war mir zu teuer, ich habe das Problem einfacher gelöst: In meine Miditower ist unterhalb der Laufwerksschächte noch ziemlich Platz. Die Festplatte habe ich ausgebaut und mit 4 stabilen Gummis lose in das Gehäuse gehängt. Aufhängungspunkt im Gehäuse waren die Bohrungen des untersten Festplattenschachtes. Solange das Gehäuse steht, kein Problem, lediglich beim Transport muss man halt aufpassen. Sehr ungewöhnlich, aber äußerst effektiv. Die sonst sehr lauten Geräusche bei Plattenaktivität haben sich mehr als halbiert. Das laute Rattern ist in ein leises Flüstern übergegangen. Ich hoffe, dass die Platte das mitmacht. Es ist prinzipiell möglich, dass der Kopf der Platte zuwenig Eigenmasse besitzt, um die Gegenbewegung der jetzt lockeren Platte bei Kopfaktivität zu verkraften.
CD- und DVD-Laufwerke Drehzahl begrenzen: Mit Software lässt sich die sehr laute und übertriebene Drehzahl eines CD- oder DVD-Laufwerkes verringern. Zum Beispiel erfüllt die Software unter www.cd-bremse.de diesen Zweck.
Virtuelle CD-Laufwerke erstellen: Mit entsprechender Software (z.B. VirtualCD
) lassen sich komplette CD’s auf die Festplatte spielen und von dort als virtuelles CD-Laufwerk betreiben. Sogar das Erstellen mehrerer virtueller CD’s ist möglich, mit Einlegen der virtuellen CD’s in das virtuelle Laufwerk über Maus-Klick. Vorteil dieser Lösung ist, dass bei Nutzung von CD-Inhalten die lauten Geräusche des CD-Laufwerks wegfallen, insbesondere das nervige Hoch- und Runter-Touren.
CPU-Lüfter optimieren: Im Web kann man speziell optimierte Lüfter kaufen, die wesentlich leiser, aber auch teurer sind. Neben obigen Links ist das z.B. auch www.smartcooler.de
. Für eine nicht dauernd bei voller Last laufende Intel-CPU < 1 GHz ist es auch nicht notwendig, dass der CPU-Lüfter bei vollen 5000 U/min dreht. Bei dieser Drehzahl ist selbst ein guter Lüfter nicht wirklich leise. Hier empfiehlt sich entweder die Halbierung der Lüfterspannung durch entsprechende Adapter, die den Lüfter an die 5V des Netzteils anschliessen oder die Spannung des Mobos (Motherboards) halbieren. Man kann auch einen Regler zwischen Mobo und Lüfter schalten, der die Spannung für den Lüfter abhängig von der Temperatur im Abluftstrom der CPU einstellt, gibt es auch bei
www.smartcooler.de
. Bei diesen Versuchen unbedingt mit Software überwachen, dass die CPU nicht zu heiss wird. Wer Glück hat, nennt ein Mobo sein eigen, das in der lage ist, selbst die Lüfterdrehzahl abhängig von der CPU-Temperatur zu steuern. Machbar ist die Reduktion nur, wenn man ein genügend großes Gehäuse hat, indem sich die CPU-Wärme gut verteilt.
Aktivierung von Stromsparmaßnahmen in der CPU:
Um den vorigen Punkt zu unterstützen, kann man den Stromverbrauch der CPU senken, wenn sie nicht zu 100% ausgelastet ist. Der Trick ist, die CPU anzuhalten, wenn sie nicht rechnen soll. Einige Betriebssysteme unterstützen dieses Feature von sich aus. Bei der Software zu meinem ASUS-Board kann ich diese Funktion auch darüber aktivieren. Die Temperatur der CPU sinkt wirklich um fast 10K, wenn man das Feature aktiviert.
Suspend-Modus optimieren:
Wer bereits ein Mobo hat, das den Suspend-to-RAM-Modus unterstützt, kann ihn ja mal ausprobieren. Er ist im BIOS einzuschalten und dann in Windows 98 (andere weiss ich nicht) über den vorhandenen Standby-Modus zu aktivieren. Wer Glück hat, bei dem schalten sich dann alle Laufwerke, CPU-Lüfter und Netzteil-Lüfter ab, das Netzteil versorgt dann nur noch die im RAM gespeicherten Daten und ein wenig Peripherie. Wer noch mehr Glück hat, bei dem wacht der PC auch wieder auf und ist nach ca. 5 sek. wieder betriebsbereit. Man behauptet, dass die Chance für diesen Modus drastisch sinkt, wenn man auch nur eine Steckkarte mit eigenen Treibern installiert. Bei meinem PC hatte ich relativ Glück: Trotz Ausstattung mit Netzwerkkarte, Audio-Karte SB128 und Graphikkarte ATI AllinWonder128 kann ich irgendeine Vorstufe zum STR erreichen. Es schaltet sich alles ab ausser der Lüfter des Netzteils, und der PC wacht auch wieder auf. Auf jeden Fall funktioniert STR bei vollintegrierten Mobos, also Mobos mit onboard Sound, Netzwerk und Graphik, bei denen man keine weiteren Karten braucht. Siehe dazu z.B. mein anderes
MyJukebox-Projekt, in dem solch ein Mobo zum
Einsatz kommt.
Bei allen Optimierungen gilt: Ständig die Temperatur der CPU und des Gehäuses überwachen! Jedes moderne Mobo hat eigentlich solche Überwachungsmöglichkeiten und liefert entsprechende Software mit. Also bei Auswahl
eines evtl. neuen Mobos darauf achten! Wer erst einen PC aufbauen möchte, kann bei der Beschaffung der Teile folgende Hinweise beachten:
- Moderne Festplatte mit nicht mehr als 5400 U/min einbauen
- Intel-CPU mit sowenig wie möglich Frequenz verwenden. Intel ist hier (ausnahmsweise) besser als AMD, da die CPU’s weniger Strom verbrauchen. Weiterhin verfügen sie über eine eingebaute Temperatursensor-Diode, mit der man
die CPU-Temperatur mit gängiger Software gut und sicher überwachen kann, um den CPU-Lüfter nur so schnell wie nötig drehen zu lassen. Empfehlenswert sind hier die preiswerten Celeron-CPU’s von 600-800MHz (Celeron 2, FCPGA)
- Keine Graphikkarte verwenden, auf der der Graphik-Chip einen Lüfter hat, das ist tödlich!
- Motherboard auswählen, das Suspend-to-RAM unterstützt. Und nach Möglichkeit in Newsgroups o.ä. informieren, ob das Board auch mit der gewünschten Peripherie den STR-Mode unterstützt.
- Motherboard auswählen, das selbst die CPU-Lüfterdrehzahl in Abhängigkeit von der CPU-Temperatur steuern kann. Hier nicht den Herstellerangaben vertrauen, sondern unbedingt in den Newsgroups informieren. Bin selbst mit
meinem neuen ASUS CUSL2 reingefallen.
- Motherboard auswählen, das gute Überwachungsmöglichkeiten für Lüfterdrehzahl und Temperaturen bietet und auch die entsprechende Software mitbringt.
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